illustrierte
vierteljahreshefte für angewandte filmkunst

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Foto © Warner Brothers/Anne Wilk

Film-Künstler
Man kann Geschichten auch erzählen ohne eine Geschichte zu erzählen. Als Maler und Komponist tut Jens Joneleit nichts anderes. Warum also nicht auch als Filmemacher? >> reinlesen

Über den Horizont
Detlev Buck versucht sich an der »Vermessung der Welt«. Sowas geht nur, wenn man's dreidimensional macht, meint der Regisseur. >> reinlesen

Straight Flush!
Karten auf den Tisch! Da gehören sie ja auch hin, wenn man ein Pokerspiel verfilmt. Wie das fürs Publikum nicht langweilig wird, zeigte Norman Jewison mit »Cincinnati Kid«. >> reinlesen

Kamerafest
Kein anderes Festival beschäftigt uns so stark wie das Camerimage in Polen. Denn kein anderes Festival beschäftigt sich so stark mit der Besonderheit der Filmkunst: der Bildgestaltung. Heute stellen wir die Gestalter mal selbst ins Bild. >> reinlesen

Das etwas andere Filmkollektiv
Eigentlich könnten doch Filmemacher ihre Werke prima selber vermarkten. Das Internet bietet schließlich alle Möglichkeiten dafür… Tun sie ja auch. >> reinlesen

Auf Entdeckungsfahrt



 

Leser wie Kritiker waren im Herbst 2005 gleichermaßen begeistert: Mit »Die Vermessung der Welt« hatte der damals 30jährige Daniel Kehlmann eine fiktive Doppelbiografie zweier realer Figuren ersonnen: Zur gleichen Zeit machten sich Anfang des 19. Jahrhunderts zwei Wissenschaftler daran, die Welt zu erklären, jeder auf seine Weise: Alexander von Humboldt (1769-1859) reiste durch Südamerika und erforschte den fernen Kontinent, Carl Friedrich Gauß (1777-1855) blieb daheim in Göttingen und suchte nach den mathemati-schen Regeln, die alles beschreiben. »Subtil, intelligent und witzig«, fand das die »FAZ«. Klar, daß da nur einer für die Leinwandadaption in Frage kam: Kehlmann schrieb selbst das Drehbuch für die Verfilmung, das er dann mit Regisseur Detlev Buck bearbeitete.

Was eh schon ein Wagnis war, wurde durch eine späte Entscheidung noch größer: Dreidimensional sollte die Welt für die Leinwand vermessen werden. Slawomir Idziak (»King Arthur«, »Gattaca«) sei da der »absolute Wunschkandidat« für die Bildgestaltung gewesen. Claus Boje und Detlev Buck hatten mit dem DoP schon an »Männerpension« und »Liebesluder« gearbeitet. Boje: »Slawomir arbeitet seit vielen Jahren in Hollywood und bringt deshalb die Erfahrung großer Sets mit. Vor allem aber hatte er gerade in Polen das Kriegsepos »1920 Bitwa Warszawska« über die Schlacht um Warschau in 3D umgesetzt. Er zeichnet sich durch eine unermüdliche Neu-gier auf alle technischen Weiterentwicklungen aus und setzte für den Film auch auf ungewöhnlichen Kameraeinsatz.«

[…]

»3D ist technisch sehr kompliziert«, meint Idziak. Man braucht viel Geduld, viel mehr Personal. Die Kameras sind auch größer geworden, und es müssen immer zwei Kameras miteinander gekoppelt werden. Wir haben einerseits neue Freiheiten, neue Möglichkeiten, andererseits natürlich auch neue Probleme.« Der DoP verließ sich auf seine vertrau-ten Mitarbeiter: »Auch bei diesem Dreh hat sich unser System bewährt. Wir haben ein vergleichsweise schmales Budget – und das bei einem Kostümfilm. Es gibt nur 31 Drehtage – so wenig Zeit stand mir für einen Kinofilm noch nie zur Verfügung.«

Zum Einsatz kamen vier verschiedene Kameratypen, erklärte Postproduction Stereographer Daniele Siragusano (»Wickie auf großer Fahrt«) im März beim 3D-Stereo-Forum in München: hauptsächlich Arris »Alexa« und Sonys »F3«, für ungewöhnliche Perspektiven eine Panasonic-Consumer-Kamera, und in Ecuador sogar eine kleine Action-Kamera von Go Pro. Die Arri- und Sony-Kameras hätten gut zusammengepaßt, obwohl sie mit unterschiedlichen Kodierungen arbeiten: Vor der Farbkorrektur wurden die in einen hauseigenen einheitlichen Log umgerechnet.

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